Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Sonntag, 11. Oktober 2015

Dienstag, 25.8.2015: Vom Col de Mantet zum Cime de Pomarole

"Wir wollen zu Land ausfahren..."

Heute geht es mit dem Auto von unserer "Basisstation" Beau Vallon/Sahorre auf einer ruhigen Nebenstraße das Tal der Rotja hinauf und über Py zum Col de Mantet.
Rechts oben: Sahorre; orange unsere Strecke
Ab Py wird die Straße immer schmaler, kaum 3m breit windet sie sich auf engen Serpentinen dem Col de Mantet entgegen; an jeder Spitzkehre betet man zu seinem Gott, dass niemand entgegenkommen möge. (Gebete werden erhört). Die Ausblicke in das senkrecht abfallende Tal und hinüber zum hoch aufragenden Canigou-Massiv sind phantastisch, aber leider nicht für den Fahrer.
Ich lass mir nichts anmerken.
Bilder im Internet: www.quaeldich.de

Auf dieser Seite wird auch die Straße anschaulich beschrieben, zwar aus der Sicht eines Radfahrers, aber deshalb um so anschaulicher für einen gequälten Autofahrer:
In Py verlässt die Straße den Flusslauf der Rotja und begibt sich in den südwestlichen Hang. Betrug die Steigung bis zum Ortseingang von Py durchschnittlich nur magere 4,6%, so fängt sie dort an, ernst zu machen: die weiteren 9,1 km bis zum Pass weisen eine beachtliche Durchschnittssteigung von 8,2% auf. Nach den nächsten beiden der nun noch folgenden 12 Kehren zieht die Steigung teilweise auf 13% an. Auch das landschaftliche Erlebnis wird immer intensiver. Der Blick zurück eröffnet jetzt den Blick auf die Ausläufer des Canigou-Massivs, das sich zusehends über die grünen Hänge des schmalen Tals schiebt, aus dem wir uns immer weiter emporschrauben. Bei Km 16 auf 1314 m geht die Straßenbreite inmitten eines 2 km langen Steilstücks auf eine Fahrspur zurück - spätestens hier wähnt man sich im Nirgendwo. Uns kam ab Py nur ein Auto entgegen - ein Kleintransporter, an dem kaum vorbeizukommen war.

Vom Parkplatz (1760m) soll es über die Hochebene Pla Segala (2250m) zum Cime de Pomarole gehen (2456m). Da sich keine Alternative anbietet müssen wir anschließend auf gleichem Weg wieder zurück. Beschrieben ist die Strecke auch in dem schon erwähnten Wanderführer von Anker/Maube: Tour 33.

Bis zur Pla Segala ist der Weg sehr gut markiert, dann aber wird es undurchsichtig, so dass der gesunde Menschenverstand weiterhelfen muss: Immer Richtung Süden ist kein Fehler.
Auf dem stetig ansteigenden Pfad findet sich sehr viel unbekanntes Gewächs (siehe Photos). Am Himmel kreuzen Adler, im Tal äsen Zuchtpferde (ja: Pferde!!!)







Die Wanderung durch den niedrigen Mischwald erzeugt ein intensives Gefühl der Naturverbundenheit und jeder Wanderer, der einem selten genug an markanten Orten begegnet wird zum heimlcihen Verbündeten. Ich möchte vor Freude singen ("Wir wollen zu Land ausfahren..."), darf aber nicht.
Angekommen auf einem einsamen Gipfel sind wir nicht sicher, ob dies tatsächlich der Cime ist - im Wanderführer wird von einem kleinen Steinhaufen gesprochen, unserer ist aber deutlich größer -, aber die Karte sagt uns: Ziel erreicht:


Glücklich, aber nicht müde, wandern wir wieder zurück.

Nachtrag: Die Strecke wird auch bei hikr.org genau beschrieben:
Cime de Pomarole (2.456m) und Roca Colom (2.507m)



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