Frankreich 2015

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Pyrenäen Canigou-Massiv

Sonntag, 4. Oktober 2015

Sonntag, 23.8.2015 Fort Libéria und Chapelle Saint-Etienne

Wandern ohne Wegzeichen

Für heute haben wir uns eine Etappe ausgesucht, wie sie in dem verdienstvollen Wanderführer von Anker/Maube beschrieben wird: 

Etappe 31 Von Villefranche (427m ü.NN)  über Fort Libéria (620m) zur Chapelle St.-Etienne (1056m) und über Fort Libéria wieder hinunter nach Villefranche:
(Leider ist es Google Maps nicht gelungen die Strecke korrekt darzustellen.)

In vielen steilen Serpentinen geht es zuerst zum Fort hinauf, wobei die Benutzung des Weges angeblich 7€ proPerson kosten soll (!), was sich aber als Eintritt in das Fort herausstellt. Man wird auch mehrfach auf großen Transparenten auf den Obolus hingewiesen, der Weg sei "privat", aber nirgendwo ist zu erkennen, wer eigentlich Besitzer des Weges ist und hier kassieren will:
Selfie mit Villefranche (unten), Fort Liberia (Mitte)
Der breite Weg ist eine Schotterpiste, auf der Besucher mit einem 4WD zum Fort hinauf gefahren werden. Rechts, kaum erkennbar, der Wanderweg.

Das wir das Fort schon im vergangenen Jahr besichtigt haben (lohnt sich!), ersparen wir uns den Wegezoll und wandern direkt am Fort vorbei auf schmalen Wegen, durch lichte Stein- und Korkeichenwälder und immer wieder in sonnigen Abschnitten hinauf nach Belloc. Die Luft riecht nach Kräutern und am Himmel segeln Adler.
Manchmal bekommt man auch merkwürdige Dinge zu sehen - merkwürdig im Sinne von: Keine Ahnung, was das sein soll:

Belloc ist ein verlassenes Dorf, von dem nur noch wenige Ruinen und eine verfallen Kapelle übrig geblieben sind.

Der weitere Weg gestaltete sich etwas schwieriger, da Wegzeichen nahezu vollständig fehlen. So marschieren wir nach Karte und  Gefühl los, einmal findet sich ein Wegzeichen nur hinter einem Gebüsch, das den Einstieg in den eigentlichen Weg verdeckt. Schließlich erreichen wir unser Ziel, die Chapelle Saint-Etienne. Ein wunderbarer Blick über das Tal der Tet hinüber zum Canigou-Massiv entlohnt uns für die Mühe.
Auf engen Wegen geht es dann über Fort Libéria wieder hinunter ins Tal.
Gesamtwanderzeit: 5 Stunden; Höhenunterschied: 660m: 

Sabine findet bei Belloc eine teure Bifocalbrille. Sie nimmt sie mit und gibt sie beim Touristenbüro in Villefranche ab, wo sich der Besitzer schon gemeldet hat und das Personal ganz erfreut über Sabines Fundstück ist. Gut gemacht, Sabine!

Den Abend verbringen wir todmüde in unserem Zimmer im Beau Vallon:

Nachtrag: Im Internet findet man eine weitere Beschreibung des Wanderweges:

WIE ICH EINMAL BEINAHE ZUR ZIEGENHIRTIN WURDE: Klick


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