Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Dienstag, 24. November 2015

Donnerstag, 27.8.2015: Mantet

Auf historischem Weg zum wahrscheinlich schlechtesten Kaffee Frankreichs

Am Donnerstag auf der GR10/GR36 von Py (700m) hinauf zum Col (1761m), runter nach Mantet (1527m)  und das ganze wieder zurück. 

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und es geht kontinuierlich bergauf, immer nach Süden hinauf zum Col de Mantet, den man praktisch nicht verpassen kann. Fährt man mit dem Auto (siehe Bericht vom 25.8.) muss man ca. 13km zurücklegen, zu Fuß sind es gerade mal 7,5km auf einem Pfad durch wunderschöne Mischwälder, oft mit Ausblick auf das Canigou-Massiv. 
Sind wir noch auf dem richtigen Weg?

Ein leichter, warmer Wind weht uns entgegen und verwöhnt uns mit dem Duft von Thymian, Salbei und Eichenwäldern, letztere bieten uns Schutz vor der Sonne.

Unterwegs treffen wir auf ein Schild, das uns einige Rätsel aufgab (Französisch!), die wir aber lösen konnten:

Der "Grüne Meridian" ist ein mittlerweile abgeschlossenes Projekt zur Milleniumsfeier 2000, initiiert vom französischen Architekten Paul Chemetov. Entlang des Pariser Meridians soll von der Nordspitze zur Südspitze Frankreichs ein Wanderweg von mehr als 1200 Kilometern Länge entstehen und dauerhaft markiert werden, indem man für die künftigen Generationen Jungbäume langlebiger Arten pflanzt.

Von Nord nach Süd durchquert der Weg 8 Regionen, 20 Departements und 337 Gemeinden. Im Pyrenäengebiet sind das Caudiès-de-Fenouillèdes, Fuilla, Mosset, Conat, Rabouillet, Villefranche-de-Conflent, Serdinya, Escaro, Sahorre, Py, Prats-de-Mollo-la-Preste. (In Sahorre haben wir den Wegweiser allerdings nicht gesehen.)

Mehr dazu auf Englisch hier: und auf Französisch da: 

Historische Ergänzung:
Der Pariser Meridian ist der Null-Längenkreis, der durch das Observatorium von Paris verläuft. Auf der Internationalen Meridian-Konferenz in Washington, D.C. mit Vertretern aus 25 Nationen wurde am 13. Oktober 1884 der durch Greenwich verlaufende Meridian als Basis des internationalen Koordinatensystems eingeführt, da dieser auf den Seekarten der damligen Zeit am häufigsten benutzt wurde. Dass dabei französisch-englische Rivalitäten eine Rolle spielten kann man durchaus unterstellen.
Mehr dazu bei Wikipedia: Klick

Vom Col geht es in Serpentinen hinunter nach Mantet, einem winzigen Ort am Ende der Welt, den wir nur deshalb besuchen, weil Sabine im Internet einige interessante Hintergrundinformationen gefunden hat. Es führt zwar auch eine Straße hinunter, aber dann ist Endstation.



Der Ort drohte in den 60er Jahren auszusterben, deshalb baute man auch diese Straße, und als sie 1964 endlich fertiggestellt wurde nutzten die letzten 3 Familien diese Gelegenheit und verließen Mantet mit all ihrem Hab und Gut...  
Aber das war nicht das Ende von Mantet, sondern es begann eine neue Geschichte, die der Reaktivierung durch junge Leute in den 70er Jahren, so dass Mantet heute wieder 30 Bewohner hat und ein gerne besuchtes Ausflugsziel ist.

Wenn Sie mal in Mantet übernachten wollen oder gar einen längeren Aufenthalt planen, finden Sie hier eine Bleibe: Link (deutsch): Klick

Leider verlassen wir Mantet mit einer großen Enttäuschung: In einem kleinen Cafe haben wir den wahrscheinlich frankreichweit schlechtesten Kaffee getrunken: Dünn, geschmacklos und dazu noch lauwarm aufgewärmt. Alles andere als eine Stärkung für den Rückweg nach Py.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen