Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Samstag, 5. März 2016

Sonntag, 30.8.2015: Canigou Massiv


Heute ist der große Tag


Canigou
Wir wollen ins Canigou-Massiv um den sagenumwobenen Gipfel endlich mal aus nächster Nähe zu sehen. Dass wir ihn selbst besteigen haben wir uns abgeschminkt: Von Sahorre aus ist die Tour an einem Tag hin und zurück nicht zu machen, und für eine Teilanreise mit dem Auto müssten wir erst nach Vernet oder gar Villefranche und uns mit einem 4WD entweder zur Hütte Mariailles oder zur Hütte Cortalets fahren lassen: alles sehr aufwändig.

Also geht's mit dem Auto bis zum Col de Jou und von dort aus zu Fuß weiter.
Die Anreise ist schon ein eigenes Abenteuer: Ab Casteil besteht die "Straße" aus einer holprigen, knapp fahrzeugbreiten, schuttübersähten Piste, die sich mühsam in Serpentinen den Berg hinaufquält. Ich bete, dass uns niemand entgegen kommt (was aber am frühen Vormittag auch nicht sehr wahrscheinlich ist). Mir wird schlecht.

Vom Col de Jou aus wollen wir nach Mariailles wandern und dann am südöstlichen Hang des PiC Quazemi entlang so weit wir können - und dann wieder zurück:

Col de Jou (1125m)-->GR10/Gr36-->Col du Cheval mort (1450m) --> Refuge de Mariailles (1722m) -->Col Vert (1861m) --> Cascade Cady (1964m)







Bei Mariailles


Cady


Cascade Cady

Da wir flott vorangekommen sind, beschließen wir (d.h.: eigentlich ich!), nicht auf gleichem Weg zurück zu wandern, sondern ein Stück am Hang des Quazemi entlang über den Col des Segals (2040m) zur Cabane de Moura (1810m) und dann das Tal hinunter und rüber wieder zum Col de Cheval mort zu gehen. 

Google Maps kann den Weg aber nur bis zur Schutzhütte Moura anzeigen
(in der Karte: "Unnamed Rd"): 



Der  Weg hinüber zum Col de Segales führt anfangs durch einen lichten Eichenwald, wird dann aber zunehmend unangenehmer, weil es über nur schwer begehbare Geröllfelder geht und man höllisch aufpassen muss nicht umzuknicken. Rast an der Schutzhütte Moura , inmitten von lästigen Bienen.


Google hatte recht: Der Weg von der Schutzhütte zum Col du Cheval mort ist zwar auf der Karte eingezeichnet, aber nicht wirklich begehbar: Ein klettersteigartiger Pfad, steil abfallend und rutschig, sehr selten mit einem Halteseil versehen und bei Regen unbegehbar. Obwohl es bergab ging waren wir total erschöpft und konnten uns kaum noch auf den Füßen halten, weil die Waden so zitterten.

Um so größer die Überraschung als uns direkt nach dem Einstieg ein sehr altes Pärchen entgegen kam, beide mit langen Stangen zum Abstützen, die ganz offensichtlich diesen Weg heraufgewandert waren. Unfassbar! Beide bestimmt über 70 - und dann diese Leistung. Chapeau!



Den Bach Moura entlang bis zur Einmündung in den Cady ging es dann auf halber Höhe wieder hinauf zum Col du Cheval mort und auf bekanntem Weg zurück zum Col de Jou.

Wanderlänge: ca.16km  Höhenunterschied max. 900m; Zeit: 7 Stunden Gefühl: Glücklich, aber müde. 

Erst am nächsten Tag denken wir, wir hätten doch den Canigou wagen sollen.

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