Frankreich 2015

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Pyrenäen Canigou-Massiv

Montag, 7. November 2022

Herbsturlaub im November



Herbstferien - in Baden-Württemberg immer Ende Oktober oder, wie dieses Jahr, gar Anfang November.
Wir machen dennoch einen kurzen Wanderurlaub - jedes Jahr um diese Zeit. "Stützpunkt'' ist immer das “Hotel Peterle” in Altglashütten-Falkau. Unser Programm ist sehr schlicht: Tagsüber wandern, abends feines Abendessen mit teuren Wein. Am ersten Tag machen wir gleich nach der Ankunft einen längeren Spaziergang zum Windgfällweiher und von dort am Schluchsee entlang nach Schluchsee-Ort. Zurück geht es mit der Dreiseenbahn, die wir mit der Schwarzwald-Gästekarte kostenlos nutzen können.
Soweit Routine.In diesem Jahr wandern wir etwas weiter entfernt vom Peterle. Die Anreise erfolgt jeweils mit dem Auto.

1. Tour

Bei schönem Wetter geht es von St. Märgen nach St.Peter und über den Panoramaweg an den nördlichen Hängen des Tals zurück nach St.Märgen.

St. Peter – St. Märgen – St. Peter  Rundwanderung
Die Tour bietet wunderschöne Ausblicke in die Täler ringsherum, auf das entfernte Feldbergmassiv und auf den Schauinsland.


Zum Wanderziel eine Anmerkung.
Jeder Nachkriegsdeutsche kennt den Ort St. Peter mit seiner barocken Klosterkirche aus dem Film “Schwarzwaldmädel” - dem ersten deutschen Farbfilm nach dem Krieg. Ein großer Erfolg damals. Die Titelmelodie sang mir manchmal meine Mutter vor. Schon immer wollte ich diesen Ort meiner Kindheitserinnerung besuchen.
Mehr Info zum “Schwarzwaldmädel” gibt es hier:
Sehenswert ist auch der Filmtrailer: Schwarzwaldmädel

Die zweite Wanderung -

ebenfalls mit wunderschönen Blicken auf “Täler weit und Höhen”  - führte uns von Breitnau über die Fahrensberger Höhe zum Naturfreundehaus Breitnau und schließlich wieder zurück zum Startpunkt. 
Vogesen, Kaiserstuhl und Schwarzwald im Blick.

Tour Runde von Breitnau. Feldbergblick – Blick zum Kandel mit St. Peter Runde von Breitnau

An schauriger Stelle vorbei führte uns der Weg auf die Weißtannenhöhe.

Der 4. Tag
brachte Regen. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem Ausflug nach Riehen bei Basel und nach Weil am Rhein.
In Riehen besuchten wir die Fondation Beyeler. Sie überraschte uns mit einer Präsentation von Skulpturen des amerikanischen Künstlers Duane Hanson.   Vor Jahren sahen wir Werke des Autors im Museum Frieder Burda in Baden-Baden  

Die Figuren von Duane Hanson finden immer viel Aufmerksamkeit bei den Besuchern!



(Hansons Figur: Links)


Im Vitra Design Museum in Weil am Rhein gab es eine Ausstellung zum Thema Hello, Robot. - Design zwischen Mensch und Maschine 
zu besichtigen. Wir taten das.

(Finde Sabine!)

Die Fondation Beyeler und das Vitra Museum sind zwei Ziele, die wir in den letzten Jahren regelmäßig besucht haben.

≪∾≫

Während der schönen Herbsttage im Schwarzwald sind uns viele Tiere auf unseren Wegen begegnet.
Merkwürdig geschmückte Rinder:


Neugierige Ziegen:

Einmal wurde mir sogar ein Vogel gezeigt. Am letzten Tag in einer als Einkaufszentrum getarnten Touristenfalle in Bärental.

Aber ohne die Abende im “Peterle” wäre der Urlaub nicht halb so schön. 


Danke, Peterle!

Sonntag, 21. August 2022

Wandern auf dem Wasserweltensteig: August 2022

Wohin soll es dieses Jahr im Urlaub gehen? 

Angesichts der unsicheren Pandemielage und einer drohenden Inflation mit steigenden Lebenshaltungskosten eine spannende Frage. Noch einmal richtig auf den Putz hauen, bevor die kälteren Tage anbrechen? Oder lieber auf kleiner Flamme kochen und in Deutschland bleiben? Viele entscheiden sich für einen Urlaub im Lande. Wir auch.   

Sabine wollte schon immer mal für einige Tage am Stück wandern, aber ohne Gepäck. So kam sie auf den Wasserweltensteig im Südostschwarzwald. Sechs Tagesetappen von Triberg nach Schaffhausen, das Gepäck wird immer in die neue Unterkunft nachgeliefert.


Der Veranstalter

Wir haben uns kurzfristig entschieden und wollten es bequem, deshalb haben wir die Tour bei einem Veranstalter gebucht: original Landreisen aus Freiburg.


Die Tour

Die einzelnen Etappen sind auf der Webseite vom Wasserweltensteig beschrieben. Ich habe sie hier mit den Überschriften jeweils verlinkt. Im Folgenden also unsere ganz privaten Eindrücke (plus Fotos).


Die Tour beginnt
an den Triberger Wasserfällen, die selbst bei wenig Wasser für Schwarzwald-Verhältnisse recht eindrucksvoll sind. Auf dem anfangs ansteigenden Weg zum Kolmenhof in der Nähe von Furtwangen kommt man noch am Blindensee, einem Hochmoor vorbei: 


Sie endet schließlich nach 12 km an der Donauquelle, genauer: der Quelle der Breg. Insgesamt waren ca. 400 Höhenmeter zu überwinden.


Die zweite Etappe ist mit 24 km deutlich länger. Sie führt recht unspektakulär an der Linach entlang und endet nach dem Passieren einer bemerkenswert konstruierten Talsperre am Bernreutehof, kurz vor Hammereisenbach. Gleich zu Beginn erreichten wir mit 1131m auf dem Brend den höchsten Punkt der Tour überhaupt. Von nun an gings bergab.




Die dritte Etappe führt uns vom Bernreutehof wieder zur Breg, der wir ein Stück folgen, um dann  durch einen lichten Wald, ohne nennenswerte Steigungen, nach 14km zum Kirnbergsee in Unterbränd zu gelangen. Von dort müssen wir mit dem Bus ins benachbarte Bräunlingen fahren, wo wir übernachten. 


"Wasserwelt" war an diesem Tag im Wesentlichen ein Trampelpfad durch ein Feuchtbiotop (in diesem Sommer trocken) hoch oben auf dem Berg, ein Stück die Linach entlang, ein Stückchen jungfräulicher Breg und der kleine Stausee mit Bademöglichkeit, Campingplatz etc. am Ende der Tour. 


Die vierte Etappe war im ersten Teil die schönste überhaupt. Auf schmalen Pfaden in der Gauchachschlucht ermöglicht sie trotz der Länge von 24 km eine angenehme und beeindruckende Wanderung. 


Sie führt bis zur Mündung in die Wutach, die sich aber im folgenden als ein recht langweiliges Flüsschen entpuppte. 
Immerhin konnten wir dort ein überraschendes Kunstprojekt der Natur finden.


Eigentlich endet die Wanderung in Achdorf, aber wir mussten hinauf nach Blumberg, wo unser Hotel war. Der Weg führte uns zu einem kleinen Wasserfall  (Schleifenbachklamm), der uns einiges abverlangte, um diese Art von "Wasserwelt" zu meistern. Unter anderem war auf kurzer Strecke mittels einer 8 Meter hohen Leiter und einem Zickzacksteig ein Höhenunterschied von ca. 200 m zu überwinden.

Die fünfte Etappe führt von Blumberg stramm hinauf auf den Buchberg, um den Buchberg herum und auf dem Höhenzug des Randen in die Schweiz, anfangs immer wieder mit Blick auf die Sauschwänzlebahn, die wir auch mehrfach kreuzen. 






Wasser haben wir eigentlich keines gesehen. Die Strecke war mit 20 km wieder recht lang, ging aber abwechslungsreich durch den Wald bis zum Alprestaurant Babental. Leider war zu diesem Termin kein Zimmer frei. Wir wurden vom Veranstalter der Tour mit dem Taxi abgeholt und nach Blumberg zurückgebracht. 

Die sechste und letzte Etappe führte über 14 km weiter auf dem Höhenzug des Randen nach Schaffhausen. An diesem Tag überquerten wir die unspektakuläre Grenze zur Schweiz.


Mit dem Taxi sollten wir aber zuerst zum Alprestaurant Babental gebracht werden (mehr dazu weiter unten im Text). 
Am “Siblinger Randenhaus” hatten wir dann einen wunderschönen Blick auf die Schweizer Alpen. 


Die letzte "Wasserwelt" war dann der Rheinfall, der sich gewissermaßen als Reinfall entpuppte. (Nicht die Wasserwelt, aber die Wasserweltbesucher; auch dazu mehr unten im Text).


Der Wasserweltensteig begann und endete also mit einem Wasserfall.

 Sechs Tage und 110km!

Aus unerfindlichen Gründen gab es am Wochenende vom 12. bis 14. August keine Unterkunft in der Schweiz. Deshalb zwei Übernachtungen in Blumberg und die letzte Übernachtung nicht in Schaffhausen, sondern in Bad Säckingen. Dort haben wir eine zusätzliche Nacht gebucht, um nicht an einem Sonntag mit Gepäck in überfüllten Regionalzügen nach Triberg zurückfahren zu müssen. Ich bin am Sonntag alleine mit der Bahn nach Triberg gefahren und habe unser Auto geholt. Die Fahrt mit der Bahn dauerte vier Stunden, von Bad Säckingen über Singen nach Triberg, Die Schwarzwaldbahn ist zur Zeit zwischen Hausach und Sankt Georgen unterbrochen (Reparatur der Schienen - zur Hochsaison!) und deshalb werden Busse zwischen den beiden Orten eingesetzt. 

Eindrücke und Beobachtungen

Hotels und sonstige Unterkünfte

Das schönste Hotel war definitiv der Kolmenhof an der Donauquelle, am Ende der ersten Etappe. Super Service, schöne Unterkunft mit Balkon, tolles Abendessen und Frühstück. Fast ebenso gut war das Hotel Lindenhof in Bräunlingen. Total abgefallen dagegen ist der Bernreutehof. Dort scheint die Zeit in den 60er Jahren stehen geblieben zu sein.

Das Hotel in Bad Säckingen (Ringhotel Goldener Knopf) hätte auch perfekt sein können, was Service, Lage und Ambiente angeht. Aber unser Zimmer war im Erdgeschoss und die Fenster öffneten zu einer Gasse, so dass man wenig Licht hatte und Samstag Nacht manchen Spätheimkehrer hören konnte.

Vier Städte bzw. Städtchen: Triberg, Bräunlingen, Blumberg, Schaffhausen, Bad Säckingen.
Schaffhausen an einem Sonntag ist eine mittlere Katastrophe. Absolut überlaufen von Besuchern, vorwiegend aus Indien und Spanien. In der Nähe des Wasserfalls versammeln sich Bausünden, auch Investorprojekte genannt, von beeindruckender Dominanz. 

In Triberg und Bad Säckingen, also in Hotspots, findet man im Ortszentrum leerstehende ehemalige Kaufhäuser und Hotels von einiger Trostlosigkeit, die von vergangener Größe zeugen. In Triberg hat man versucht, dem Ort einen modernen Charakter zu verleihen. Das ging gründlich schief.

Unser Ort soll schöner werden. Hat leider nicht geklappt: Triberg

Dagegen scheint in Kleinstädten wie Bräunlingen, die etwas abseits liegen, die Welt noch in Ordnung zu sein.
Bräunlingen Stadttor

Bad Säckingen an einem Sonntag wimmelt von Schweizern, die den günstigen Wechselkurs zu einem abendlichen Restaurantbesuch nutzen. Es war recht schwierig, noch irgendwo einen Platz zu bekommen - alles reserviert! Am Sonntag Abend dann nur halb so viel Gedränge.

Was Triberg angeht, die trostloseste Stadt auf unserem Weg, hat uns die erstaunlich hohe Zahl von spanischen Touristen überrascht. Völlig rätselhaft.
Auch ist die Hotellerie dort stark rückläufig, man trifft fast nur Tagestouristen.

Personalmangel
Generell auffällig war: Außer am Kolmenhof klagten alle über fehlende Servicekräfte. In Bad Säckingen konnte das Hotel das Restaurant nur mit eingeschränkten Reservierungen öffnen, weil es an Personal in der Küche mangelt. Im Bernreutehof musste die alte Besitzerin ran, Personal hat sie nur noch für die Zimmerpflege. In Blumberg konnte die Küche nur warmes Büffet am Abend anbieten, kein Menü a la Carte. Manche Hotels haben im Restaurant oft drei Ruhetage in der Woche. Nur Frühstück gibt es immer.

Hilfsmittel

Wir hatten ein ulkiges Erlebnis. Weil es am Ziel der 5. Etappe in der Schweiz keine Unterkunft gab mussten wir zweimal in Blumberg im Hotel Hirschen übernachten. Wie wurden vom ursprünglichen Ende der 5. Etappe, dem Alprestaurant Babental (bei Schleitheim) mit dem Taxi abgeholt und wieder nach Blumberg gebracht. Der Fahrer verfuhr sich prompt in der Schweiz, aber mit einigen kleinen Retouren kamen wir wohlbehalten im Hotel an. 
Am nächsten Morgen sollten wir wieder nach Babental gebracht werden, aber das Mercedes-Navi des Taxis führte den Fahrer absolut in die Irre und wir strandeten irgendwo im Wald, wo er nicht mehr weiter konnte. Mit meinem Komoot-Wander-Navi konnte ich ihm zeigen, wo wir sind und wie er zur nächsten befahrbaren Straße kommen kann. Er war sehr peinlich berührt ob des Missgeschicks, aber für uns war es kein Problem, weil wir quasi auf dem richtigen Weg zum Ziel Schaffhausen waren.
Ob der Fahrer, ein junger Russe, jemals wieder nach Blumberg gefunden hat, wissen wir allerdings nicht. 🤭😰


Obwohl wir auch ausgedruckte Karten der einzelnen Abschnitte hatten - sie stehen als PDF auf der Website von outdooractive.com zum Download bereit - haben wir auf den Etappen als Hilfsmittel fast ausschließlich die Daten von Komoot benutzt. Die gpx-Daten der einzelnen Abschnitte habe ich mir per Download auf mein Handy geladen und offline zugänglich gemacht. Ich brauchte unterwegs dann nur noch Zugang zum Satelliten und wusste so jederzeit, wo wir uns auf der Etappe befinden, ohne dass zusätzliche Datenkosten anfielen. Gerade in der Schweiz, wo die Roamingkosten hoch sind, ein unschätzbarer Vorteil.

Die einzelnen Etappen kann man in der Originalversion hier einsehen: Klick

Resümee: Eine gelungene Tour - mit einem Vorbehalt

Unser Resümee ist eindeutig: Auch wenn es durch die Trockenheit bedingt nicht all zu viele “Wasserwelten” zu sehen gab, ist der “Wasserweltensteig” für geübte Wanderer eine erholsame und abwechslungsreiche Tour, die uns in keiner Weise überforderte. Sie ist im Übrigen gut ausgeschildert, auch in der Schweiz, wenn auch nicht so penibel wie auf deutscher Seite*. Manche Strecken führen über breite Wirtschaftswege, was dann sehr langweilig ist. Aber es wird auch immer wieder davon weg und zu Aussichtspunkten geführt, so dass sich die Langweile in Grenzen hält. “Steig” im eigentlichen Wortsinn ist der Weg nur an sehr wenigen Stellen. Für einen Alpenwanderer sicher keine Herausforderung, für einen Küstenbewohner vielleicht eher.

Die Unterkünfte waren in der Regel hervorragend und die Tour durch den Veranstalter bestens organisiert. Wir hatten einen ausformulierten Reiseplan mit vielen Tipps zur Hand, uns fehlte nichts. Der Gepäcktransport und alles andere klappte. Nie gerieten wir in Stress.

Der Service des Veranstalters muss natürlich bezahlt werden. Und, wie man weiß, ist Service in Deutschland teuer. Sabine meinte: “Für den Preis hätten wir auch eine Woche Urlaub auf den Malediven machen können.” Aber ohne das gewisse Schwarzwaldfeeling, ergänze ich.

Eine Frage blieb unbeantwortet: Wir haben auf der ganzen Strecke immer wieder viele Heidelbeerstöcke links und rechts des Wegs gesehen. Aber keine einzige Frucht. Wo sind die Heidelbeeren geblieben? Meine Vermutung: Ursache ist die diesjährige Trockenheit. 


So, das war's. Danke für's Lesen. Vielleicht ist mein Beitrag eine Anregung für euch!


* In der FAZ vom 18.8.2022 ist ein informativer Artikel zum Thema "Wanderwege und Beschilderung" erschienen. Ihm entnehme ich, dass es vor allem ein engagierter Wanderer war, der in Deutschland hohe Standards zur Auszeichnung von Wanderwegen durchsetzte, der Physiker (!) Rainer Brämer aus Marburg.
Er entwickelte einen 45 Punkte umfassenden Kriterienkatalog, der akribisch definiert, wie hoch der Anteil befestigter Wege idealerweise sein soll (,,maxi mal 1200 Meter am Stück und nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtstrecke"), wie die Landschaft (,,mindestens zwei Formationswechsel auf sechs Kilometern") und wie die Zeichen (,,Beruhigungsmarkierung spätestens alle 200 Meter").
Quelle: Thomas Klein: Von Premium-Trails und tristen Pfaden. FAZ vom 18.8.2022, S.31; leider (noch) nicht online.

Sonntag, 24. April 2022

Wandern im Odenwald #2

  Das Wetter ist schön, die Luft ist warm. Am nächsten Tag soll alles anders werden. Also fahren Sabine und ich am Samstag wieder in den südlichen Odenwald zum Wandern.

Im Internet habe ich eine Tour gefunden, die interessant zu werden verspricht:

Der Siegfriedbrunnen und das Rote Wasser von Olfen


Auf dem Nibelungensteig soll es von Grasellenbach zum Siegfriedbrunnen gehen, und von dort zum Roten Wasser bei Olfen, einem Naturschutzgebiet und einem der seltenen Hochmoore im Odenwald. Über Güttersbach wandern wir dann zurück nach Grasellenbach. Die Strecke ist ca.14 km lang.


Auf dem Weg zum Hochmoor treffen wir immer wieder auf Info-Tafeln mit Auszügen aus der Nibelungensage. (In den sechziger Jahren war die Sage noch Schulstoff in den Realschulen Baden-Württembergs!). Der Siegfriedsbrunnen bei Grasellenbach (es gibt noch weitere Brunnen im Odenwald, an denen angeblich Siegfried ermordet wurde) lädt zum Trinken ein. Man kann das Wasser unbesorgt trinken. Es stammt aus einer Trinkwasserleitung der Gemeinde.



Das Hochmoor ist Naturschutzgebiet. Der Wanderweg führt am Rand vorbei. Wie man sieht, hat der letzte Sturm die Birken im Hochmoor ziemlich mitgenommen. Leider ist es noch sehr früh im Jahr. Im Moor blühen noch keine Pflanzen und auch die dort im Sommer  anzutreffenden Feuersalamander bleiben aus. Immerhin: Sabine entdeckt an einer Wasserstelle Laich vom Salamander.



Auf dem Rückweg, kurz vor dem Weißfrauenbrunnen (früher: Bangertsbrunnen) im Tal des Mösselbachs, macht Sabine eine seltsame Entdeckung. Im Feuchtgebiet liegt ein abgestürzter Kinderballon. Ich kämpfe mich durch das Unterholz und entdecke tatsächlich die Reste des Ballons. An einer Schnur hängt ein kleiner Zettel:


Und auf der Rückseite steht: “Gute Reise Oma ♡”


Sehr berührt setzen wir die Wanderung fort.

Eine neue Überraschung kurz vor Grasellenbach weckt meine Aufmerksamkeit: Ein seltsames Tier liegt auf dem Wirtschaftsweg. Eine urzeitliche Fossile eines Wasserkäfers?



"Natürlich”, möchte ich fast sagen, war auch hier der Biber wieder aktiv. Ich verstehe nicht, weshalb man seinem verwerflichen Treiben keine Schranken setzt:


Wandern im Odenwald beruhigt ungemein und sorgt immer wieder für Überraschungen. Mann/Frau muss nur die Augen offen halten (und das gilt auch bei einer Makula-Deformation).

Am nächsten Tag regnet es dann wie angekündigt in Strömen. Ich habe Zeit für diesen Bericht.


Dienstag, 19. April 2022

Wandern im Odenwald- eine kühle Überraschung

Nein, nicht das Wetter sorgte für eine kühle Überraschung, als Sabine und ich am Ostermontag eine Wanderung im Odenwald, genauer: rund ums Mossautal  unternehmen.


Auf halber Strecke, in Untermossau, legen wir am Rathaus eine Pause ein. Sitzbänke laden dazu ein. Ein Schild macht uns neugierig:


Tatsächlich findet sich direkt neben dem Schild, im Boden versenkt, eine Art Naturkühlschrank:


Bier war schon alle. Wir haben uns die letzte Flasche Apfelschorle geholt. Die 2 Euro wurden in die Kasse eingeworfen und danach hatten wir eine erholsame Pause am Rathaus Mossautal. Dankbar für die menschenfreundliche Voraussicht der Mossautaler Dorfverwaltung. 


Überhaupt war der Tag sehr schön, die Wanderung entspannend und das Mossautal angenehm unaufgeregt zu umwandern.


Im Foto oben ist die Dorfkirche von Ober-Mossau  zu erkennen. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und war einst im Besitz der Johanniter. Am Ostermontag war sie offen und so konnten wir eintreten.
Wir waren überrascht und staunten:


Im Innenraum findet man sehr schöne Ausmalungen der vier Evangelisten, symbolhaft dargestellt als Löwe (Markus), Stier (Lukas), Adler (Johannes) und geflügeltem Mensch (Matthäus). Laut Wikipedia stammen diese Darstellungen an der Decke aus dem 15. Jahrhundert. Ein unerwarteter Schatz im Odenwald.

Anmerkung: Die Gemeinde Mossautal besteht aus fünf Ortsteilen: Güttersbach, Hiltersklingen, Hüttenthal, Ober - und Untermossau. Nur die letzten beiden liegen im Mossautal.