Unser Zuhause Rains
Rains in Richtung Nordwest
Joncy liegt im département de Saône-et-Loire en région Bourgogne-Franche-Comté. Das Dorf hatte schon bessere Zeiten gesehen. Laut Wikipedia-France war die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit ca. 520 Einwohnern doppelt so hoch wie heute!
Das macht sich auch in Rains bemerkbar. Es gibt zwar noch einige Bauernhöfe, die Mehrzahl der wenigen Häuser sind aber Zweitwohnungen von Familien aus der weiteren Umgebung. Der Rest wird vermutlich an Touristen vermietet, so wie auch unser zeitweiliges “Zuhause”. Eigentümer sind ein niederländisches Ehepaar, das in der Nähe wohnt und noch weitere Ferienwohnungen und -häuser im Angebot hat.
Rains liegt ca. 25 km nördlich von Cluny und ca. 30 km südöstlich von Le Creusot. Wer es vertraulicher will: 376 km südöstlich von Paris und 542 km südwestlich von Aglasterhausen, sagt jedenfalls Google Maps.
Die Geschichte der Besiedlung Burgunds reicht bis in die Römerzeit zurück. Sie hatte ihren Höhepunkt als selbständiges Herzogtum, eingeklemmt zwischen den Franken und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, im 14. und 15. Jahrhundert, als das Herrschaftsgebiet bis zur Nordsee in Brabant, Teil der heutigen Niederlande, reichte. Aber schon Jahrhundert vor der Blüte war es mit seinen berühmten Klöstern ein Zentrum der europäischen Christenheit. Cluny und sein Benediktinerkloster ist nur das bekannteste Beispiel.
Burgund
Das Land war immer sehr fruchtbar und das war wohl die Grundlage des viele Jahrhunderte dauernden Wohlstands.
In Burgund dominiert der Kalkstein und so werden seit über tausend Jahren die Gebäude aus Kalksteinen erbaut, oft kaum behauen und sehr selten verputzt.
Das Land und seine Bauten
Église de Chazelle/Cormatin
Das ist ein Land, in dem Kirchen, Burgen und Rinder blühen (ja, ich weiß, eine gewagte Metapher!). Kein Dorf ohne eine Kirche, die nicht mindestens tausend Jahre alt ist. Oft stehen noch alte Waschhäuser am Ortsrand, liebevoll gepflegt. Das Hauptgewerbe ist die Viehzucht und der Weinanbau und wer noch nichts vom Charolais-Rind gehört hat und Burgunderweine nicht kennt, hat etwas verpasst.
Waschhaus in Rains
Das Land und seine Landschaft
Rains Richtung Südwest
Abends legt sich eine beruhigende Stimmung über das Land. Nur selten durchdringt ein Auto oder ein Traktor auf dem Weg nach Hause die Stille. Das Land ruht in sich selbst.
Das Land und seine Tiere
Egal wo man in unserem Teil Burgunds wandert, überall trifft man auf die bekannten weißen Charolais-Rinder auf den Weiden. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, es gäbe überhaupt nur Charolais-Rinder und sonst nichts. Aber weit gefehlt. Es gibt auch Esel, Pferde, jede Menge Schnecken in rot, braun und schwarz. Nur Schwarzwaldbiber gibt es keine.
Eines Nachts ein Schrei von Sabine. Eine Fledermaus verirrt sich in unser Schlafzimmer. Wild flatternd und nach einigen hektischen Flugfiguren findet sie schließlich wieder das offene Fenster. Ein kurzer Alptraum um ein kleines Wesen.
Im morgendlichen Sonnenschein klettert eine kleine Eidechse die warme Hauswand hinauf als gäbe es keine Schwerkraft. Ein braun gefleckter Schmetterling schwebt herbei - uninteressiert.
Man will es kaum glauben. Nur wenige Kilometer von unserer Idylle entfernt befand sich mal ein Zentrum der französischen Industrie: Le Creusot, Blanzy und Montceau-les-Mines waren bekannt für Kohlegewinnung und Stahlindustrie. Wer kennt nicht die gusseisernen Töpfe und Pfannen von Schneider-Creusot? Eine Firma mit interessanter Geschichte!
Im morgendlichen Sonnenschein klettert eine kleine Eidechse die warme Hauswand hinauf als gäbe es keine Schwerkraft. Ein braun gefleckter Schmetterling schwebt herbei - uninteressiert.
Kontraste
Förderturm beim Museum in Branzy
In einem alten Bergwerksstollen, der zum Museum umgebaut wurde, haben wir eine Führung mitgemacht, bei der wir die technischen Einrichtungen kennenlernen durften, die vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis Ende der 50er Jahre im Einsatz waren. Die Geräte wurden von anderen Stollen eingesammelt, hier neu eingebaut und von einer jungen französischen Guide du musée sachkundig und liebevoll erläutert.
Das Bergwerk wurde 1857 gegründet und 1882 schon wieder stillgelegt. 1973 wurde es dann als Museum neu konzipiert.
«Le puits Saint-Claude n°1, en activité de 1857 à 1882, a ainsi été conservé jusqu’à moins 30 mètres. Il est équipé d’une cage et d’une benne. Le chevalement métallique, remonté sur ce puits en 1981, domine le carreau de ses 20 mètres de hauteur.»
(Der Schacht Saint-Claude Nr. 1, der von 1857 bis 1882 in Betrieb war, ist bis zu einer Tiefe von 30 Metern erhalten geblieben. Er ist mit einem Käfig und einer Mulde ausgestattet. Der 1981 auf diesem Schacht wieder aufgebaute metallene Förderturm beherrscht mit seiner Höhe von 20 Metern den Boden.)
Das Bergwerk wurde 1857 gegründet und 1882 schon wieder stillgelegt. 1973 wurde es dann als Museum neu konzipiert.
«Le puits Saint-Claude n°1, en activité de 1857 à 1882, a ainsi été conservé jusqu’à moins 30 mètres. Il est équipé d’une cage et d’une benne. Le chevalement métallique, remonté sur ce puits en 1981, domine le carreau de ses 20 mètres de hauteur.»
(Der Schacht Saint-Claude Nr. 1, der von 1857 bis 1882 in Betrieb war, ist bis zu einer Tiefe von 30 Metern erhalten geblieben. Er ist mit einem Käfig und einer Mulde ausgestattet. Der 1981 auf diesem Schacht wieder aufgebaute metallene Förderturm beherrscht mit seiner Höhe von 20 Metern den Boden.)
Fast nichts ist von der industriellen Vergangenheit geblieben. Lediglich der Canal du Centre durchzieht noch das Land und verbindet die Saône mit der Loire. Einige wenige Arbeiterhäuschen gibt es noch und hier und da ein Museum, das dem Bergbau und seiner lokalen Geschichte gewidmet ist (siehe oben: Blanzy....).
Teil 2: Wandern in modernen Zeiten
Teil 3: Unsere Touren












