Hier ist tiefstes Westeuropa, mit Kultur- und Geschichte gesättigt, ‘La France profonde’, wie es heißt. Als ob es nie Kriege gegeben habe. Dabei ging von Vézelay, einem bedeutenden religiösen Zentrum im 12.Jahrhundert, der zweite und der dritte Kreuzzug aus, die Kirche der Benediktinerabtei von Cluny war im 11.Jahrhundert zeitweise die größte der Christenheit, und nicht zuletzt findet man hier die Communauté de Taizé, ein Männerorden mit evangelischen und katholischen Christen, zu dessen Jugendtreffen jährlich mehr als 100 000 Jugendliche anreisen.
Dies ist eine Region mit Dörfern ohne Metallgitterzäune, Steingärten und Gabionen, und vor den Garagen stehen keine SUV’s. Das landwirtschaftlich geprägte Land ist arm an Industrie, aber reich an Bauernhöfen, die einen soliden Wohlstand ausstrahlen. Das Essen ist hervorragend, die Weine im Macon sind es auch - und die ungezählten weißen Rinder auf den Wiesen machen einen glücklichen Eindruck.
Ein wenig ähnelt die Landschaft mit ihrem Auf und Ab von Weiden und Wäldern dem südlichen England, wie wir es aus den Filmen mit Inspector Barnaby kennen. Haben sich vielleicht deshalb so viele Briten hier angesiedelt? Es ist schon auffallend, dass man sie nicht nur als Touristen antrifft, sondern auch als Inhaber von Chambres d'hôtes & gîtes en France. (Dazu später mehr)
Man kann hier wunderbar wandern. Die Strecken sind in der Regel gut ausgeschildert, die Berge nur mäßig hoch, die Wege leicht begehbar. Und, wie gesagt, man durchstreift eine Kulturlandschaft, die viele Anlässe zur Rast und zur Umschau bietet.
Wir sind von Mazille bis nach Cluny gewandert und auch wieder zurück. Gewohnt haben wir wenige Kilometer südlich von Cluny in der Domaine de Vernay
“Freundliche Gastgeber, sehr schönes Ambiente. Ein Ruhepunkt in der Nähe von Cluny. Man ist willkommen und bemüht, einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten“,habe ich bei booking.com geschrieben.
Mehr zu Burgund und Cluny bei Hilke Maunder: Cluny - die maßlose Maior Ecclesia.
Die Toiletten von Cluny
Wie schon erwähnt, spielte die Abtei von Cluny eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Christenheit. Die Abtei zählte zu ihrer Blütezeit mehr als 400 Mönche.Vielleicht ist es das der Grund dafür, dass man in der Abtei auch heute noch weiß, dass Männer gleiche Bedürfnisse haben, aber dennoch darin nicht gleich sind.
In der Abtei von Cluny hat man dafür eine verblüffende, aber einleuchtende Lösung:
(Unsere Freundin Elisabeth meinte dazu: "Das niedrigste Pissoir könnte vielleicht für Mönche in knieender Andachtsstellung montiert worden sein." Wer weiß?)



