Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Frankreich 2026: Ein Urlaub mit Überraschungen

Die Vorgeschichte

Der Sommerurlaub 2026 in Frankreich ist bereits im Herbst 2025 fest geplant, vor allem nach der erneuten Lektüre von Inge Josephs Lebensweg und von Lisa Fittkos „Mein Weg über die Pyrenäen“. Sabine möchte unbedingt den „Walter-Benjamin-Weg“ von Banyuls-sur-Mer nach Portbou gehen.

Wir werden etwa zwei Wochen unterwegs sein. Sabine sucht über Booking.com nach privaten Unterkünften. Bis Mitte Juli 2026 werden wir alle Unterkünfte fest gebucht haben. 

Die Reise soll von  Arbent im südlichen französischen Jura nach Saurat bei Tarascon-sur-Ariège, südlich von Toulouse, führen, wo wir den Spuren von Inge Joseph nachgehen wollen und das Chateau de la Hille besuchen werden. Von dort aus geht es an die Mittelmeerküste nach Collioure als Ausgangsort für die Wanderung auf dem Walter-Benjamin-Weg. Auf der Rückreise machen wir dann Station im südlichen Burgund bei Mâcon, wo wir die letzten zwei Tage der Reise verbringen.

Dieser Beitrag besteht also aus folgenden Reiseberichten:

Erste Komplikation

Zwei Tage vor der Abreise der Schock: Ich erwache nachts, muss dringend auf die Toilette, nur um festzustellen, dass ich mir vermutlich eine Harnwegsinfektion zugezogen habe. Am frühen Morgen suche ich sofort meinen Hausarzt auf, der meine Vermutung bestätigt. Er verschreibt mir neun Tabletten eines Antibiotikums, die mir die Reise nach Frankreich ermöglichen sollen. 

Die Wirkung stellt sich auch schnell ein: Bereits am folgenden Tag habe ich keine Schmerzen mehr und mein Urin ist klar.
Die Reise kann beginnen. Ab in den Urlaub!

5.8. Arbent im Jura: Wenn wir erklimmen ...


Für zwei Tage sind wir im französischen Jura, wo wir bereits im vergangenen Jahr waren. Wir haben eine kleine Ferienwohnung mit einem Zimmer, einem Bad und einer überdachten Terrasse, die an einem Gebirgsbach liegt. Wir werden drei Tage bleiben und die Zeit für zwei Wanderungen in der Umgebung nutzen. 

Das Jura ist eine wunderschöne Landschaft mit charakteristischen Kalkbergen, zahlreichen Seen und Flüssen. Es ist irgendwie weltabgeschieden und im Sommer fern vom Urlaubstrubel. Wir sind entspannt, voller Hoffnung und freuen uns auf die schönen Wanderungen. 

16.8. Cascade de la Combe Runde von Dortan (Komoot)

Auf Komoot finden wir einen Weg in unserer Nähe, der einen schönen Ausblick auf den Lac de Coiselet bieten soll. Mit einer Distanz von 8,30 km, einer Dauer von 2:49 h und 400 m Anstieg, dessen Schwierigkeitsgrad mit „mäßig” angegeben wird, scheint uns das machbar. 

Das erweist sich jedoch bald als Irrtum. Leider lese ich erst hinterher einen Kommentar, der das Gegenteil vermeldet. 

Zunächst sind wir vom Rathaus in Dortan aus auf leicht ansteigenden Wegen zur Cascade de la Combe gewandert. Aufgrund der Trockenheit stellte sich der Wasserfall allerdings nur als kleines Bächlein heraus, das über einen Fels tropfte. Anschließend sind wir durch einen märchenhaft verwunschen Wald zum Aussichtspunkt „Pierre qui Vire“ gestiegen, der tatsächlich einen berauschenden Ausblick bot. 



Bis dahin war ich allerdings mit meinen Kräften fast am Ende. Wir schafften es noch bis ans Ende der Bergkuppe, kehrten dann aber um, da wir den Abstieg nicht fanden. Zudem nervte uns Komoot mit Navigationshinweisen, da wir die Route in umgekehrter Richtung gelaufen sind. Generell war unser Eindruck während des gesamten Aufenthalts in Frankreich: Komoot ist eine App, die von Jahr zu Jahr verschlimmbessert wird, die einen mit Meldungen nervt und bei der man zum Beispiel nie Kommentare findet, wenn man sie mal braucht.

Total erschöpft kam ich in der Ferienwohnung wieder an. Sabine machte sich Sorgen um meine schlechte Kondition. War das eine Folge des Antibiotikums?

17.8. Plage de Chancia Runde von Chancia (Komoot)

Da ich noch recht erschöpft war, suchte Sabine für diesen Tag eine leichtere Wanderung heraus. Sie wäre nur 3,5 Kilometer lang, sollte etwas mehr als eine Stunde dauern und einen Höhenunterschied von nur 150 Metern bewältigen. Laut Komoot war es eine einfache Tour.

Aber auch das erwies sich wieder als Schimäre. Der erste Teil war tatsächlich recht anspruchslos und führte zügig auf einen Gipfel, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf das nördliche Ende des Lac de Coiselet und die Bucht des Flusses La Bienne hatte. 

Im Hintergrund der Berg, den wir am Vortag “bestiegen” haben!

Der Abstieg erfolgte jedoch nahezu in Falllinie über Geröll und auf rutschigem Boden, sodass ich auch hier wieder völlig erschöpft am Ufer ankam. Wie gesagt: Laut Komoot eine „einfache Tour”.