Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Dienstag, 1. Dezember 2015

Auflösung

Die Fahrkarte nach Perpignan:


















Von Villefranche nach Perpignan: 42km, 1 Person, hin und zurück: 2€
Der Preis wir auch in Französischen Francs angezeigt!

Dienstag, 24. November 2015

Donnerstag, 27.8.2015: Mantet

Auf historischem Weg zum wahrscheinlich schlechtesten Kaffee Frankreichs

Am Donnerstag auf der GR10/GR36 von Py (700m) hinauf zum Col (1761m), runter nach Mantet (1527m)  und das ganze wieder zurück. 

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und es geht kontinuierlich bergauf, immer nach Süden hinauf zum Col de Mantet, den man praktisch nicht verpassen kann. Fährt man mit dem Auto (siehe Bericht vom 25.8.) muss man ca. 13km zurücklegen, zu Fuß sind es gerade mal 7,5km auf einem Pfad durch wunderschöne Mischwälder, oft mit Ausblick auf das Canigou-Massiv. 
Sind wir noch auf dem richtigen Weg?

Ein leichter, warmer Wind weht uns entgegen und verwöhnt uns mit dem Duft von Thymian, Salbei und Eichenwäldern, letztere bieten uns Schutz vor der Sonne.

Unterwegs treffen wir auf ein Schild, das uns einige Rätsel aufgab (Französisch!), die wir aber lösen konnten:

Der "Grüne Meridian" ist ein mittlerweile abgeschlossenes Projekt zur Milleniumsfeier 2000, initiiert vom französischen Architekten Paul Chemetov. Entlang des Pariser Meridians soll von der Nordspitze zur Südspitze Frankreichs ein Wanderweg von mehr als 1200 Kilometern Länge entstehen und dauerhaft markiert werden, indem man für die künftigen Generationen Jungbäume langlebiger Arten pflanzt.

Von Nord nach Süd durchquert der Weg 8 Regionen, 20 Departements und 337 Gemeinden. Im Pyrenäengebiet sind das Caudiès-de-Fenouillèdes, Fuilla, Mosset, Conat, Rabouillet, Villefranche-de-Conflent, Serdinya, Escaro, Sahorre, Py, Prats-de-Mollo-la-Preste. (In Sahorre haben wir den Wegweiser allerdings nicht gesehen.)

Mehr dazu auf Englisch hier: und auf Französisch da: 

Historische Ergänzung:
Der Pariser Meridian ist der Null-Längenkreis, der durch das Observatorium von Paris verläuft. Auf der Internationalen Meridian-Konferenz in Washington, D.C. mit Vertretern aus 25 Nationen wurde am 13. Oktober 1884 der durch Greenwich verlaufende Meridian als Basis des internationalen Koordinatensystems eingeführt, da dieser auf den Seekarten der damligen Zeit am häufigsten benutzt wurde. Dass dabei französisch-englische Rivalitäten eine Rolle spielten kann man durchaus unterstellen.
Mehr dazu bei Wikipedia: Klick

Vom Col geht es in Serpentinen hinunter nach Mantet, einem winzigen Ort am Ende der Welt, den wir nur deshalb besuchen, weil Sabine im Internet einige interessante Hintergrundinformationen gefunden hat. Es führt zwar auch eine Straße hinunter, aber dann ist Endstation.



Der Ort drohte in den 60er Jahren auszusterben, deshalb baute man auch diese Straße, und als sie 1964 endlich fertiggestellt wurde nutzten die letzten 3 Familien diese Gelegenheit und verließen Mantet mit all ihrem Hab und Gut...  
Aber das war nicht das Ende von Mantet, sondern es begann eine neue Geschichte, die der Reaktivierung durch junge Leute in den 70er Jahren, so dass Mantet heute wieder 30 Bewohner hat und ein gerne besuchtes Ausflugsziel ist.

Wenn Sie mal in Mantet übernachten wollen oder gar einen längeren Aufenthalt planen, finden Sie hier eine Bleibe: Link (deutsch): Klick

Leider verlassen wir Mantet mit einer großen Enttäuschung: In einem kleinen Cafe haben wir den wahrscheinlich frankreichweit schlechtesten Kaffee getrunken: Dünn, geschmacklos und dazu noch lauwarm aufgewärmt. Alles andere als eine Stärkung für den Rückweg nach Py.

Freitag, 16. Oktober 2015

Mittwoch, 26.8.2015: Circuit des Minerais

Viel Steine gabs und wenig Brot...


Heute soll es auf dem Rundweg 'Circuit des Minerais' von Corneilla de Conflent nach Villefranche de Conflent gehen und wieder nach Corneilla.

Der Weg ist im Wanderführer des Touristenbüros von Vernet als 'mittelschwer' mit einem absoluten Höhenunterschied von 320m und ganzjährig begehbar angegeben. (Siehe: PDF)
Aber zuerst müssen wir mit dem Auto nach Prades, da Sabine zu meinem Schrecken gesehen hat, dass aus einem  Vorderreifen unseres Mitsubishi eine 2cm lange Schraube herausragt. Vermutlich als Ergebnis eines etwas stürmischen Aufpralls, mit dem ich nach dem Tanken einen Randstein überfahren habe. (Der Mitsubishi Colt gehört zur Klasse jener idiotisch konstruierten PKW, bei denen man in nahezu jeder Sitzposition eine denkbar schlechte Übersicht hat von der Situation außerhalb des Fahrzeuges.)

Die Reparatur in Prades ging auch schnell über die (Hebe-)Bühne, die Schraube wurde gezogen, die Luft überprüft und das ganze kostete mich 15€ (bar auf die Hand, versteht sich) und 5€ Trinkgeld für den freundlichen Monteur.

Von Corneilla nehmen wir den gleichen Weg wie 2 Tage zuvor. In gleißendem Sonnenlicht geht es durch niedriges Gestrüpp wieder hoch zum Roc Ample...

...dann aber nach links mäßig ansteigend durch freies Gelände in ein kleines, schattiges  Wäldchen wo wir Rast machen.

An zwei alten Steinbrüchen vorbei, einer davon ein Kreidebruch, geht es gemäßigt abwärts bis zu einem ausgebauten alten Steinpfad, der in früheren Zeiten den Frauen in Conflent dazu diente, ihren Männern in den Steinbrüchen das tägliche Mittagessen hinauf zu bringen. 
Mit niedrigen Stein- und Korkeichen gesäumt und im Halbschatten geht es dann diesen Versorgungsweg  relativ flott gut 1 Stunde abwärts, und man ahnt beim Hinabsteigen, welche Mühe es wohl bereitet hat, ihn täglich hinauf gehen zu müssen. (Romantik ist nur etwas für Müßiggänger oder Touristen)

Unterwegs sehen wir den Bahnhof von Conflent  mit dem Train Jaune mal aus einer anderen Himmelsrichtung:

Auch erkennt man hier sehr schön die kompakte Anlage der Stadt Conflent und ihre strategische Bedeutung für die Kontrolle des Pyrenäenzugangs.

Nach eine Kaffeepause in Conflent wandern wir wir wieder im Tal des Rotja auf einem sehr schmalen, steil und steinigen Pfad in Serpentinen hinauf zur Hochebene  Badebany. Unterwegs begegnen uns abwärts fahrend zwei Mountainbiker! - keine Anfänger, schätze ich.

Oben angekommen geht es an einem  alten Marmorsteinbruch vorbei und danach senkt sich der Weg als breite Piste in der Falllinie den Hang hinab und endet direkt vor neusteinzeitliche Dolmen:
"Ein Dolmen (bretonisch für „Steintisch“) ist ein in der Regel aus großen, unbehauenen oder behauenen Steinblöcken errichtetes Bauwerk, das zumeist als Grabstätte diente. Dolmen sind die zahlenmäßig häufigsten Bauwerke der Megalithkultur." Mehr dazu bei: Wikipedia
Während des Abstiegs hat man wunderschöne Ausblicke auf die Täler des Cady und dem Rotja und auf das Massif du Canigó ...
Klickt man das Photo an erkennt man vorne Corneilla, dahinter Vernet-les Baines; rechts hinten nur als Schemen ist Sahorre zu sehen, das Gebirge rechts sind die Tres Estelles; links Teile des Canigou Massivs.
Wieder in Corneilla sind wir zufrieden und glücklich über den schönen Tag.
Abends gibt's dann Brot.

Weitere Photos von der Gegend zwischen Conflent - Corneilla - Vernet: Hier und hier.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Dienstag, 25.8.2015: Vom Col de Mantet zum Cime de Pomarole

"Wir wollen zu Land ausfahren..."

Heute geht es mit dem Auto von unserer "Basisstation" Beau Vallon/Sahorre auf einer ruhigen Nebenstraße das Tal der Rotja hinauf und über Py zum Col de Mantet.
Rechts oben: Sahorre; orange unsere Strecke
Ab Py wird die Straße immer schmaler, kaum 3m breit windet sie sich auf engen Serpentinen dem Col de Mantet entgegen; an jeder Spitzkehre betet man zu seinem Gott, dass niemand entgegenkommen möge. (Gebete werden erhört). Die Ausblicke in das senkrecht abfallende Tal und hinüber zum hoch aufragenden Canigou-Massiv sind phantastisch, aber leider nicht für den Fahrer.
Ich lass mir nichts anmerken.
Bilder im Internet: www.quaeldich.de

Auf dieser Seite wird auch die Straße anschaulich beschrieben, zwar aus der Sicht eines Radfahrers, aber deshalb um so anschaulicher für einen gequälten Autofahrer:
In Py verlässt die Straße den Flusslauf der Rotja und begibt sich in den südwestlichen Hang. Betrug die Steigung bis zum Ortseingang von Py durchschnittlich nur magere 4,6%, so fängt sie dort an, ernst zu machen: die weiteren 9,1 km bis zum Pass weisen eine beachtliche Durchschnittssteigung von 8,2% auf. Nach den nächsten beiden der nun noch folgenden 12 Kehren zieht die Steigung teilweise auf 13% an. Auch das landschaftliche Erlebnis wird immer intensiver. Der Blick zurück eröffnet jetzt den Blick auf die Ausläufer des Canigou-Massivs, das sich zusehends über die grünen Hänge des schmalen Tals schiebt, aus dem wir uns immer weiter emporschrauben. Bei Km 16 auf 1314 m geht die Straßenbreite inmitten eines 2 km langen Steilstücks auf eine Fahrspur zurück - spätestens hier wähnt man sich im Nirgendwo. Uns kam ab Py nur ein Auto entgegen - ein Kleintransporter, an dem kaum vorbeizukommen war.

Vom Parkplatz (1760m) soll es über die Hochebene Pla Segala (2250m) zum Cime de Pomarole gehen (2456m). Da sich keine Alternative anbietet müssen wir anschließend auf gleichem Weg wieder zurück. Beschrieben ist die Strecke auch in dem schon erwähnten Wanderführer von Anker/Maube: Tour 33.

Bis zur Pla Segala ist der Weg sehr gut markiert, dann aber wird es undurchsichtig, so dass der gesunde Menschenverstand weiterhelfen muss: Immer Richtung Süden ist kein Fehler.
Auf dem stetig ansteigenden Pfad findet sich sehr viel unbekanntes Gewächs (siehe Photos). Am Himmel kreuzen Adler, im Tal äsen Zuchtpferde (ja: Pferde!!!)







Die Wanderung durch den niedrigen Mischwald erzeugt ein intensives Gefühl der Naturverbundenheit und jeder Wanderer, der einem selten genug an markanten Orten begegnet wird zum heimlcihen Verbündeten. Ich möchte vor Freude singen ("Wir wollen zu Land ausfahren..."), darf aber nicht.
Angekommen auf einem einsamen Gipfel sind wir nicht sicher, ob dies tatsächlich der Cime ist - im Wanderführer wird von einem kleinen Steinhaufen gesprochen, unserer ist aber deutlich größer -, aber die Karte sagt uns: Ziel erreicht:


Glücklich, aber nicht müde, wandern wir wieder zurück.

Nachtrag: Die Strecke wird auch bei hikr.org genau beschrieben:
Cime de Pomarole (2.456m) und Roca Colom (2.507m)



Samstag, 10. Oktober 2015

Montag 24.8.2015: Von Corneilla nach Fillols

Es geht auch einfach: "Der Circuit Roman"

Unser Wetterbericht sagt, heute  soll es am Nachmittag regnen,  Wir wählen also eine kleine Tour aus: Circuit Roman von Corneilla de Conflent zum Ort Fillols und im Tal des Fillols wieder zurück . (Randonnée N° 3; PDF)
Durch lichte Eichenwälder führt uns der Weg leicht ansteigend auf den Roc Ample (1) und von dort auf dem Kamm (2) ohne größere Höhenunterschiede nach Fillols (3).Gemütlich geht es auf der alten Landstraße zurück nach Corneilla.
Blick auf Corneilla

Zu Hause erwartet uns wieder das kleine Ungeheuer Choki. Furchtbar ihr Anblick - aber sie bekommt nichts zu Fressen von uns, denn Frauchen Bella hat das strikt verboten.


Geregnet hat es übrigens nicht!
Links: Corneilla in der wikipedia.fr: Klick






Sonntag, 4. Oktober 2015

Sonntag, 23.8.2015 Fort Libéria und Chapelle Saint-Etienne

Wandern ohne Wegzeichen

Für heute haben wir uns eine Etappe ausgesucht, wie sie in dem verdienstvollen Wanderführer von Anker/Maube beschrieben wird: 

Etappe 31 Von Villefranche (427m ü.NN)  über Fort Libéria (620m) zur Chapelle St.-Etienne (1056m) und über Fort Libéria wieder hinunter nach Villefranche:
(Leider ist es Google Maps nicht gelungen die Strecke korrekt darzustellen.)

In vielen steilen Serpentinen geht es zuerst zum Fort hinauf, wobei die Benutzung des Weges angeblich 7€ proPerson kosten soll (!), was sich aber als Eintritt in das Fort herausstellt. Man wird auch mehrfach auf großen Transparenten auf den Obolus hingewiesen, der Weg sei "privat", aber nirgendwo ist zu erkennen, wer eigentlich Besitzer des Weges ist und hier kassieren will:
Selfie mit Villefranche (unten), Fort Liberia (Mitte)
Der breite Weg ist eine Schotterpiste, auf der Besucher mit einem 4WD zum Fort hinauf gefahren werden. Rechts, kaum erkennbar, der Wanderweg.

Das wir das Fort schon im vergangenen Jahr besichtigt haben (lohnt sich!), ersparen wir uns den Wegezoll und wandern direkt am Fort vorbei auf schmalen Wegen, durch lichte Stein- und Korkeichenwälder und immer wieder in sonnigen Abschnitten hinauf nach Belloc. Die Luft riecht nach Kräutern und am Himmel segeln Adler.
Manchmal bekommt man auch merkwürdige Dinge zu sehen - merkwürdig im Sinne von: Keine Ahnung, was das sein soll:

Belloc ist ein verlassenes Dorf, von dem nur noch wenige Ruinen und eine verfallen Kapelle übrig geblieben sind.

Der weitere Weg gestaltete sich etwas schwieriger, da Wegzeichen nahezu vollständig fehlen. So marschieren wir nach Karte und  Gefühl los, einmal findet sich ein Wegzeichen nur hinter einem Gebüsch, das den Einstieg in den eigentlichen Weg verdeckt. Schließlich erreichen wir unser Ziel, die Chapelle Saint-Etienne. Ein wunderbarer Blick über das Tal der Tet hinüber zum Canigou-Massiv entlohnt uns für die Mühe.
Auf engen Wegen geht es dann über Fort Libéria wieder hinunter ins Tal.
Gesamtwanderzeit: 5 Stunden; Höhenunterschied: 660m: 

Sabine findet bei Belloc eine teure Bifocalbrille. Sie nimmt sie mit und gibt sie beim Touristenbüro in Villefranche ab, wo sich der Besitzer schon gemeldet hat und das Personal ganz erfreut über Sabines Fundstück ist. Gut gemacht, Sabine!

Den Abend verbringen wir todmüde in unserem Zimmer im Beau Vallon:

Nachtrag: Im Internet findet man eine weitere Beschreibung des Wanderweges:

WIE ICH EINMAL BEINAHE ZUR ZIEGENHIRTIN WURDE: Klick


Samstag, 3. Oktober 2015

Samstag, 22.8.2015: Wetteranomalie

Rätselhafte Pyrenäen

In der Umgebung von Sahorre gibt es eine rätselhafte Wetteranomalie:
Wandert man vom Ort  hinauf zum Col de Fins 

wird man mit dem Phänomen konfrontiert: Je mehr man sich dem Pass nähert, desto stärker bedeckt sich der Himmel und, am Col de Fins angekommen, entlädt sich dann ein fulminantes Gewitter.

Wir konnten uns das nicht erklären, obwohl es uns in diesem wie im letzten 
Jahr passiert ist. Eine echte Anomalie ;-)

Eisenhaltiges Gestein auf dem Weg

Die Wanderung sollte eigentlich sehr kurz sein und uns ein wenig Erholung 
vom Vortag verschaffen, leider sind wir wie im Vorjahr unfreiwillig 
einen Umweg gegangen, der uns aber immerhin zu einer wunderbaren 
Stelle führte, wo man Brombeeren mit der "Zweihandtechnik" sammeln 
konnte: Jede Hand kann ins Volle greifen und den Mund bedienen.

Am Abend war uns etwas schlecht.