Frankreich 2015

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Pyrenäen Canigou-Massiv

Sonntag, 24. September 2023

2023 Étretat #2: Alltag, Routinen und Kultur

Wir waren uns lange unschlüssig, wohin die Reise in diesem Jahr gehen sollte. “Hauptsache ans Meer” war die Devise. Irgendwann im späten Frühjahr fand Sabine dann ein Angebot in der Normandie. Eigentlich wollten wir noch weiter westlich in die Bretagne, aber dort waren die Ferienwohnungen für die Zeit Ende August immer noch extrem teuer. Nur in der Normandie fand Sabine ein annehmbares Angebot bei Fewo-direkt.de. (Die Wohnung findet sich aber auch bei anderen Anbietern.) Der E-Mail-Kontakt mit den Vermietern war auch gleich sehr angenehm, so dass wir gut gelaunt in den Urlaub fuhren. 


Die Normandie kennen wir von mehreren Aufenthalten in Dieppe, die wir immer sehr genossen haben. Auch wenn das Wetter nicht zum Baden einlud, gab es immer interessante Ausflugsziele, die mit dem Auto gut zu erreichen waren. Die Normandie ist eine sehr alte Kulturlandschaft.

Wo wir wohnten


Dieses Jahr sollte es also Étretat sein, ein beliebtes Reiseziel an der Kanalküste, wie bereits im ersten Teil beschrieben. Die Wohnung befindet sich im Dachgeschoss eines älteren, mehrstöckigen Gebäudes aus dem Jahr 1860, das im letzten Jahrhundert auch als Hotel diente und in dem damals berühmte Tennisstars wie René Lacoste wohnten. Die Lage ist zentral, aber nicht direkt im Zentrum. Der nächste Bäcker für frische Croissants war 5 Minuten zu Fuß entfernt (es gibt mindestens drei akzeptable Boulangerien vor Ort!).
Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Gemütliches Wohnzimmer, kleine Küche und kleines Bad

Alltag in Étretat: Einkaufen, Essen, Reisen

Die Preise für Lebensmittel sind in Étretat (in Frankreich?) durchweg höher als in Deutschland.  Nur bei den Croissants ist Frankreich unübertroffen. Für 1,15 € bekommt man wunderbar duftende, buttrige Teilchen, wie man sie in Deutschland nur sehr selten findet. Sie werden direkt in der Backstube hinter dem Laden hergestellt und frisch in die Auslage gelegt.

Die Cafés und Restaurants verlangten zum Teil saftige Preise. So habe ich für einen halben Liter Bier in einem Straßencafé schon mal 8€ bezahlt. Überhaupt war der Besuch eines Restaurants, einer Crêperie in Étretatnicht einfach. Manchmal ist es nicht möglich zu reservieren, man muss einfach vor der Tür warten, bis Plätze frei werden und das noch bevor das Restaurant um 19 Uhr öffnet. Der Andrang ist regelmäßig sehr groß und es gilt das Windhundprinzip. Manchmal ist es an einem Tag geöffnet und am nächsten ohne Angabe von Gründen geschlossen. Der Grund ist vermutlich Personalmangel. Ein Problem, das man auch aus Deutschland kennt. 
Das Essen ist aber meist sehr ordentlich, vor allem in den Crêperien. Für Vegetarier (oder gar Veganer) ist die Auswahl ansonsten sehr begrenzt, denn besonders beliebt und zahlreich sind natürlich Restaurants mit einer großen Auswahl an Fisch, Muscheln und Krustentieren.

Auffällig ist: Überall, in Geschäften, Restaurants, Cafés, Tankstellen und Museen wird mit der Bankkarte (unserer bekannten “EC-Karte”) bezahlt! Im Supermarkt gibt es den Kassenzettel oft nur auf ausdrücklichen Wunsch. Wenn jemand an der Kasse bar bezahlt, kann man sicher sein, dass es sich um einen deutschen Touristen handelt.
Was jeden Supermarkt auszeichnet, selbst im kleinen Étretat: Man bekommt hier Produkte, die man in Deutschland selbst in Spezialitätengeschäften nur selten sieht, zum Beispiel meinen Lieblingskäse in der Version "Au Lait Cru":


Zum Schluss noch eine große, sehr angenehme Überraschung. Alle Busfahrten in der Region kosten nur 2 € pro Fahrt und Fahrgast, manchmal sogar nur 1,55 €. Selbst für die 50 km von Étretat nach Le Havre zahlte jeder von uns nur 2 € für die einfache Fahrt.

Wir nutzten dieses Angebot und unternahmen mehrere Busfahrten.

Aktivitäten

Das Wetter ist in der Normandie immer so lala, wie selbst die Normannen und Norfrauen finden:



Es finden sich aber immer Tage, an denen man im Meer schwimmen kann und es gibt viele Buchten, in denen man ein ruhiges Plätzchen findet. 

An zwei Tagen sind wir zu einem etwas weiter entfernten Strand gelaufen, haben uns in die Sonne gelegt und das Meer genossen.
(Für mich gab's kosten- aber nicht folgenlos einen Sonnenbrand dazu.)

(Wie man sieht: Der Strand ist steinig, eine isolierende Decke ist empfohlen!)

An den Nicht-Badetagen bietet die Region viele Möglichkeiten für Besucher. Anregungen findet man (natürlich, wo sonst?) auf den Seiten von Hilke Maunder, z.B. Alabasterküste.




Wir haben die Gelegenheit genutzt und sind viel an der Küste entlang gewandert und abends haben wir den Tag immer mit einem Spaziergang am Wasser beendet.




(Fortsetzung folgt: Le Havre u.a.)