Wohin soll es dieses Jahr im Urlaub gehen?
Angesichts der unsicheren Pandemielage und einer drohenden Inflation mit steigenden Lebenshaltungskosten eine spannende Frage. Noch einmal richtig auf den Putz hauen, bevor die kälteren Tage anbrechen? Oder lieber auf kleiner Flamme kochen und in Deutschland bleiben? Viele entscheiden sich für einen Urlaub im Lande. Wir auch.
Der Veranstalter
Wir haben uns kurzfristig entschieden und wollten es bequem, deshalb haben wir die Tour bei einem Veranstalter gebucht: original Landreisen aus Freiburg.Die Tour
Die zweite Etappe ist mit 24 km deutlich länger. Sie führt recht unspektakulär an der Linach entlang und endet nach dem Passieren einer bemerkenswert konstruierten Talsperre am Bernreutehof, kurz vor Hammereisenbach. Gleich zu Beginn erreichten wir mit 1131m auf dem Brend den höchsten Punkt der Tour überhaupt. Von nun an gings bergab.
Immerhin konnten wir dort ein überraschendes Kunstprojekt der Natur finden.
Wasser haben wir eigentlich keines gesehen. Die Strecke war mit 20 km wieder recht lang, ging aber abwechslungsreich durch den Wald bis zum Alprestaurant Babental. Leider war zu diesem Termin kein Zimmer frei. Wir wurden vom Veranstalter der Tour mit dem Taxi abgeholt und nach Blumberg zurückgebracht.
Die sechste und letzte Etappe führte über 14 km weiter auf dem Höhenzug des Randen nach Schaffhausen. An diesem Tag überquerten wir die unspektakuläre Grenze zur Schweiz.
Eindrücke und Beobachtungen
Hotels und sonstige Unterkünfte
Das schönste Hotel war definitiv der Kolmenhof an der Donauquelle, am Ende der ersten Etappe. Super Service, schöne Unterkunft mit Balkon, tolles Abendessen und Frühstück. Fast ebenso gut war das Hotel Lindenhof in Bräunlingen. Total abgefallen dagegen ist der Bernreutehof. Dort scheint die Zeit in den 60er Jahren stehen geblieben zu sein.Schaffhausen an einem Sonntag ist eine mittlere Katastrophe. Absolut überlaufen von Besuchern, vorwiegend aus Indien und Spanien. In der Nähe des Wasserfalls versammeln sich Bausünden, auch Investorprojekte genannt, von beeindruckender Dominanz.
Auch ist die Hotellerie dort stark rückläufig, man trifft fast nur Tagestouristen.
Generell auffällig war: Außer am Kolmenhof klagten alle über fehlende Servicekräfte. In Bad Säckingen konnte das Hotel das Restaurant nur mit eingeschränkten Reservierungen öffnen, weil es an Personal in der Küche mangelt. Im Bernreutehof musste die alte Besitzerin ran, Personal hat sie nur noch für die Zimmerpflege. In Blumberg konnte die Küche nur warmes Büffet am Abend anbieten, kein Menü a la Carte. Manche Hotels haben im Restaurant oft drei Ruhetage in der Woche. Nur Frühstück gibt es immer.
Hilfsmittel
Wir hatten ein ulkiges Erlebnis. Weil es am Ziel der 5. Etappe in der Schweiz keine Unterkunft gab mussten wir zweimal in Blumberg im Hotel Hirschen übernachten. Wie wurden vom ursprünglichen Ende der 5. Etappe, dem Alprestaurant Babental (bei Schleitheim) mit dem Taxi abgeholt und wieder nach Blumberg gebracht. Der Fahrer verfuhr sich prompt in der Schweiz, aber mit einigen kleinen Retouren kamen wir wohlbehalten im Hotel an.Am nächsten Morgen sollten wir wieder nach Babental gebracht werden, aber das Mercedes-Navi des Taxis führte den Fahrer absolut in die Irre und wir strandeten irgendwo im Wald, wo er nicht mehr weiter konnte. Mit meinem Komoot-Wander-Navi konnte ich ihm zeigen, wo wir sind und wie er zur nächsten befahrbaren Straße kommen kann. Er war sehr peinlich berührt ob des Missgeschicks, aber für uns war es kein Problem, weil wir quasi auf dem richtigen Weg zum Ziel Schaffhausen waren.
Ob der Fahrer, ein junger Russe, jemals wieder nach Blumberg gefunden hat, wissen wir allerdings nicht. 🤭😰
Obwohl wir auch ausgedruckte Karten der einzelnen Abschnitte hatten - sie stehen als PDF auf der Website von outdooractive.com zum Download bereit - haben wir auf den Etappen als Hilfsmittel fast ausschließlich die Daten von Komoot benutzt. Die gpx-Daten der einzelnen Abschnitte habe ich mir per Download auf mein Handy geladen und offline zugänglich gemacht. Ich brauchte unterwegs dann nur noch Zugang zum Satelliten und wusste so jederzeit, wo wir uns auf der Etappe befinden, ohne dass zusätzliche Datenkosten anfielen. Gerade in der Schweiz, wo die Roamingkosten hoch sind, ein unschätzbarer Vorteil.
Resümee: Eine gelungene Tour - mit einem Vorbehalt
Unser Resümee ist eindeutig: Auch wenn es durch die Trockenheit bedingt nicht all zu viele “Wasserwelten” zu sehen gab, ist der “Wasserweltensteig” für geübte Wanderer eine erholsame und abwechslungsreiche Tour, die uns in keiner Weise überforderte. Sie ist im Übrigen gut ausgeschildert, auch in der Schweiz, wenn auch nicht so penibel wie auf deutscher Seite*. Manche Strecken führen über breite Wirtschaftswege, was dann sehr langweilig ist. Aber es wird auch immer wieder davon weg und zu Aussichtspunkten geführt, so dass sich die Langweile in Grenzen hält. “Steig” im eigentlichen Wortsinn ist der Weg nur an sehr wenigen Stellen. Für einen Alpenwanderer sicher keine Herausforderung, für einen Küstenbewohner vielleicht eher.Die Unterkünfte waren in der Regel hervorragend und die Tour durch den Veranstalter bestens organisiert. Wir hatten einen ausformulierten Reiseplan mit vielen Tipps zur Hand, uns fehlte nichts. Der Gepäcktransport und alles andere klappte. Nie gerieten wir in Stress.
Er entwickelte einen 45 Punkte umfassenden Kriterienkatalog, der akribisch definiert, wie hoch der Anteil befestigter Wege idealerweise sein soll (,,maxi mal 1200 Meter am Stück und nicht mehr als 15 Prozent der Gesamtstrecke"), wie die Landschaft (,,mindestens zwei Formationswechsel auf sechs Kilometern") und wie die Zeichen (,,Beruhigungsmarkierung spätestens alle 200 Meter").
Quelle: Thomas Klein: Von Premium-Trails und tristen Pfaden. FAZ vom 18.8.2022, S.31; leider (noch) nicht online.























































