Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Dienstag, 10. September 2019

In Vernet baden?


Vernet-ist ja ein “Bain”, also ein Badeort. Aber die Therme im wenig attraktiven Stil und dem Service einer “Kuranlage” aus den sechziger Jahren reizt uns nicht, und das Schwimmbad ist uns zu voll. Madame hat eine Idee: In der Nähe (d.h. ca.30 km entfernt) soll es in einem Seitental ein sehr schönes Naturbad mit warmer Quelle geben: die Bains de St.Thomas. Das wollen wir uns anschauen.

Wir fahren im Tal der Têt bis Fontpédrouse, lassen das Auto am Ortsausgang stehen und wandern die restlichen 6 km bis zum Bad. Immer schön am Hang entlang, leicht aufwärts durch lichte Laubwälder, die uns vor der Sonne schützen.

Wir haben Glück, denn es ist der erste Montag im September, die Ferien in Frankreich sind gerade am Wochenende zu Ende gegangen und so haben wir sehr viel Platz in den drei Freibecken. (Schnee lag allerdings noch nicht.) 
Wir genießen zwei Stunden, indem wir von Becken zu Becken wechseln und ab und zu eine Sonnenpause auf den Stufen des Atriums einlegen. Allerdings unterschätzen wir die enorme Kraft der vom Wasser reflektierten Sonnenstrahlen, was bei mir zu einem netten Sonnenbrand im Gesicht führt.

Ganz entspannt geht es wieder zurück und auf dem Rückweg besuchen  wir einen weiteren sehenswerten Ort, der zu den Plus beaux villages de France zählt: Evol.  Oder wie Madame Hilke in ihrem Blog “Mein Frankreich” schreibt: Bilderbuchdorf der Pyrenäen.

Ich wünschte, Vernet hätte ein so schönes Bad im Freien wie Saint Thomas! Das wäre eine wundervolle Bereicherung des Angebots und sicher auch ein attraktiver Anziehungspunkt für viele Touristen. Ob Monsieur Gatte auch diese Ansicht teilt?

Und dann das: 


Das Foto ist von Wikiloc: Hier

Es gibt sogar noch weitere heiße Quellen in der Nähe, wie uns eine französische 'Gästin' in der Villa mitteilt: Eine öffentliche Quelle, die versteckt in der Nähe von Saint Thomas liegen soll. Allerdings findet Google Maps diese Quelle nicht, auf der Wanderkarte ist sie auch kaum zu erkennen. Doch plötzlich ist sie doch auf Maps zu finden. Sie liegt direkt neben der Straße von Fontpédrouse nach Prats-Balaguer. 

Sabine recherchiert im Internet und findet heraus, was an dieser Quelle so besonders ist: Man kann nackt baden! (Was nicht allen französischen Kommentatoren gefällt.)

Wir fahren also dorthin, aber welche Enttäuschung: Die Straße links und rechts in der Nähe der heißen Quelle ist gesäumt von Autos und Campern, umherlaufenden Badegästen und Kindern. So fahren wir einfach weiter nach Prats-Balaguer, parken dort und wandern ohne großes Ziel durch die Berge und auf einem sehr schönen Weg wieder zurück.
(In Prats Balaguer wieder angekommen müssen wir allerdings feststellen, dass irgend jemand uns eine Delle ins parkende Auto gefahren hat und ohne eine Notiz zu hinterlassen getürmt ist. So what!)