Frankreich 2015

Frankreich 2015
Pyrenäen Canigou-Massiv

Samstag, 14. September 2019

... zu den Cascades des Anglais ...

An einem anderen Tag gehen wir wieder zu den Wasserfällen Cascades des Anglais, wo wir schon 2014 und 2015 waren. 

Ein merkwürdiges Ereignis: The Lady Vanishes:


Von oben rechts gegen den Uhrzeigersinn zu betrachten!

Auf dem Rückweg ist das Wetter so schön und wir sind noch voller Kraft, also geht es hinauf zur Pic de l’Alzina und von dort wollen wir rüber zur Abbaye Saint-Martin-du-Canigou, aber leider verlieren wir unterwegs die Markierungen und so geht es zurück und hinunter nach Vernet. 

Am nächsten Tag wollen wir es jedoch wissen. Wir fahren nach Casteil, marschieren die Privatstraße hinauf zur Abtei und von dort finden wir tatsächlich den Weg zum Pic de l’Alzina und auf einem alternativen Weg hinunter nach Casteil. Wir waren am Vortag eigentlich richtig gewesen, hätten einfach nur weitergehen müssen.


Donnerstag, 12. September 2019

... und sammeln Steine


Auch den Circuit des Minerals sind wir diesmal wieder gegangen und die Tour zu den Dolmen machen wir ebenfalls wieder. Diesmal auf der westlichen Seite des Tales hinauf und über Corneilla zurück. 
(Allerdings fanden wir den Weg von Corneilla nach Vernet nicht, außerdem drohte ein Gewitter. Also sind wir auf der Straße zurückgelaufen, was auch nicht schlimm war.)
Die Tour findet man im Internet hier: Klick

Wir haben auch einen neuen Rundweg entdeckt, der schon zu den Blütezeiten Vernets angelegt worden sein muss, mit kleinen Grotten, Ruhebänken und phantastischen Ausblicken auf Vernet, aber nicht leicht zu gehen. Rundweg 'Belle Epoque': Klick

Fast jedes Mal kommen wir mit einem Rucksack voller Steine zurück, die wir erst zuhause wieder aussortieren. Nur wenig hat Bestand:


Dienstag, 10. September 2019

In Vernet baden?


Vernet-ist ja ein “Bain”, also ein Badeort. Aber die Therme im wenig attraktiven Stil und dem Service einer “Kuranlage” aus den sechziger Jahren reizt uns nicht, und das Schwimmbad ist uns zu voll. Madame hat eine Idee: In der Nähe (d.h. ca.30 km entfernt) soll es in einem Seitental ein sehr schönes Naturbad mit warmer Quelle geben: die Bains de St.Thomas. Das wollen wir uns anschauen.

Wir fahren im Tal der Têt bis Fontpédrouse, lassen das Auto am Ortsausgang stehen und wandern die restlichen 6 km bis zum Bad. Immer schön am Hang entlang, leicht aufwärts durch lichte Laubwälder, die uns vor der Sonne schützen.

Wir haben Glück, denn es ist der erste Montag im September, die Ferien in Frankreich sind gerade am Wochenende zu Ende gegangen und so haben wir sehr viel Platz in den drei Freibecken. (Schnee lag allerdings noch nicht.) 
Wir genießen zwei Stunden, indem wir von Becken zu Becken wechseln und ab und zu eine Sonnenpause auf den Stufen des Atriums einlegen. Allerdings unterschätzen wir die enorme Kraft der vom Wasser reflektierten Sonnenstrahlen, was bei mir zu einem netten Sonnenbrand im Gesicht führt.

Ganz entspannt geht es wieder zurück und auf dem Rückweg besuchen  wir einen weiteren sehenswerten Ort, der zu den Plus beaux villages de France zählt: Evol.  Oder wie Madame Hilke in ihrem Blog “Mein Frankreich” schreibt: Bilderbuchdorf der Pyrenäen.

Ich wünschte, Vernet hätte ein so schönes Bad im Freien wie Saint Thomas! Das wäre eine wundervolle Bereicherung des Angebots und sicher auch ein attraktiver Anziehungspunkt für viele Touristen. Ob Monsieur Gatte auch diese Ansicht teilt?

Und dann das: 


Das Foto ist von Wikiloc: Hier

Es gibt sogar noch weitere heiße Quellen in der Nähe, wie uns eine französische 'Gästin' in der Villa mitteilt: Eine öffentliche Quelle, die versteckt in der Nähe von Saint Thomas liegen soll. Allerdings findet Google Maps diese Quelle nicht, auf der Wanderkarte ist sie auch kaum zu erkennen. Doch plötzlich ist sie doch auf Maps zu finden. Sie liegt direkt neben der Straße von Fontpédrouse nach Prats-Balaguer. 

Sabine recherchiert im Internet und findet heraus, was an dieser Quelle so besonders ist: Man kann nackt baden! (Was nicht allen französischen Kommentatoren gefällt.)

Wir fahren also dorthin, aber welche Enttäuschung: Die Straße links und rechts in der Nähe der heißen Quelle ist gesäumt von Autos und Campern, umherlaufenden Badegästen und Kindern. So fahren wir einfach weiter nach Prats-Balaguer, parken dort und wandern ohne großes Ziel durch die Berge und auf einem sehr schönen Weg wieder zurück.
(In Prats Balaguer wieder angekommen müssen wir allerdings feststellen, dass irgend jemand uns eine Delle ins parkende Auto gefahren hat und ohne eine Notiz zu hinterlassen getürmt ist. So what!)




Sonntag, 8. September 2019

Artistik auf dem Gipfelkreuz


Abfahrt: 8:30
Abmarsch Cortalet: 10:30
Ankunft Gipfel: 12:30
Ankunft Cortalet: 15:00, einige Pausen dazwischen

Die zwei Wochen in Vernet sind noch schöner als die früheren Aufenthalte in dieser Gegend: Wir besteigen den Canigou (2700m), allerdings aus einer Starthöhe von 2000m, was dennoch eine reife Leistung ist, wie ich finde. Wir haben wie in den vergangenen Tagen super Wetter, klar und warm, so dass der Aufstieg völlig unproblematisch sein wird.

Madame hat uns einen Landrover-Fahrer vermittelt, um 8:30 werden wir abgeholt, und zusammen mit einem deutschen Paar geht es los. Auf einer holprigen  Piste, dem Chemin Forestiere de Balaig, der mehr einem ausgetrockneten Bachlauf ähnelt als einem befahrbaren Weg, werden wir in zwei Stunden von Vernet hinauf zur Refuge des Cortalets gerüttelt und geschüttelt. 

Atemberaubende Ausblicke auf Gipfel und in Abgründe lenken uns vom rumpeligen Weg ab.Ich sitze im Landrover, halte mich sehr fest an den Haltegriffen und erinnere mich an die alptraumhaften Berg-und Talfahrten auf den Jahrmärkten meiner Kindheit. Schön, wenn man alt ist.

Der eigentliche Aufstieg beginnt an der Refuge. Über den Pic Joffre (2560m) erreichen wir auf kontinuierlich ansteigendem, felsigem Pfad nach zwei Stunden den Gipfel des Canigou.
Wir überholen den ein oder anderen Wanderer und manchmal ganze Gruppen. Oben angekommen fühle ich mich gut und viel besser als befürchtet. Sabine fühlt sich eher unterfordert:





Am Gipfel ergibt sich ein erstaunliches Bild 

In Wirklichkeit war die Szene noch viel verrückter. Die junge Frau stand nicht nur frei auf der Querstrebe des Gipfelkreuzes. Sie breitete auch noch weit die Arme aus und dirigierte ihre Freundin, dass auch ein wirklich aufregendes Foto entstünde.
Ich bin platt und realisiere erst Minuten später, was ich da gesehen habe.

Freitag, 6. September 2019

Der Spatz vom Canigou


Wir sind nicht allein auf dem Canigou. Mindestens zehn weitere Wanderer jeglichen Geschlechts haben den Aufstieg geschafft, und viele weitere sind noch von weiter unten unterwegs. Auf dem Hinweg mit dem Landrover kreuzten wir immer wieder ihre Wege.

Außer uns befindet sich noch ein kleiner Geselle auf der Bergspitze in 2700m Höhe, den ich nicht erwartet hätte. In der Bildmitte ist er erkennbar: Ein junger Spatz säubert den Gipfel von Essensresten.

Mittwoch, 4. September 2019

Seltsame Erscheinungen


Auf dem Rückweg, kurz vor der Cortalet-Hütte traue ich meinen Augen nicht, als ich über einem ausgetrocknetem Teich diese merkwürdigen, hellblauen Spiegelungen sehe. Ich rücke meine Brille immer wieder zurecht, aber die Fata Morgana bleibt. Sabine sieht trotz mehrfacher Hinweisevon mir nichts und ich sorge mich um meine Augen.
Da, Sabine nimmt ihre Sonnenbrille ab, und dann sieht sie ebenfalls die merkwürdigen Schleier über der Mulde. Sehr rätselhaft.

In der Hütte angekommen werden mit einer weiteren Erscheinung überrascht. Die ist aber weniger rätselhaft:

Müde, mit schweren Beinen, aber stolz und glücklich lassen wir uns wieder nach Vernet fahren. 

Weitere Hinweise:

Man kann auf den Gipfel des Canigou auch einmal im Jahr rennen:

Links:

Wegweiser Pic du Canigou ab Chalet des Cortalets: Klick
Webcam Cortalet: Klick
Le Canigou par les Cortalets (Video): Klick
Von Esquena dAse zum Canigou (Video): Klick
Running (Video): Klick 
Anmeldung zum Lauf 2020: Klick


Montag, 2. September 2019

Hermann aus Villefranche

Den vorletzten Tag in den Pyrenäen nutzen wir um letzte Einkäufe zu machen.
In Villefranche gehen wir zu einer kleine Poterie, mehr eine bloße Verkaufsstelle als eine echte Töpferei, und suchen nach einer ähnlichen Salatschüssel, wie wir sie schon vor Jahren hier erstanden haben.

Monsieur ist sehr freundlich und von uns sehr angetan, denn: Monsieur liebt deutsche Schriftsteller und vor allem einen, Hermann Hesse. Er schwärmt von Demian, Narziss und Goldmund und Steppenwolf. Seine Liebhaberei sei sogar so weit gegangen, dass er seinem Sohn den Namen Hermann gab.

Wir sind nicht wenig verblüfft und ich stelle mir vor, wie es meiner Familie gefallen hätte, wenn mein eigener Sohn Aristide, Jean-Paul oder Guillaume hieße. Mir fällt dabei die Geschichte eines Songs von Johnny Cash ein, in dem der Vater seinem Sohn den Namen ‘Sue’ gab, weil ... (Sehen Sie hier und hier, warum.) 


Aus Hermann ist ein netter junger Mann geworden, der sehr zur Zufriedenheit seines Vaters das Geschäft übernommen hat.